Landespolizei braucht Personalzuwachs

Erstellt am Freitag, 02. März 2018

GdP beunruhigt: Verschiebung der Stellenmehrungen nicht akzeptabel

KIEL/EUTIN. Beunruhigt hat die Gewerkschaft der Polizei auf neueste Zahlen zu den Bewerbern bei der Landespolizei Schleswig-Holstein reagiert. Im laufenden Bewerbungszeitraum für einen Ausbildungsbeginn zum 1. August 2018 gibt es 1.000 Bewerber weniger als für den Vorjahreszeitraum. Durch das Landespolizeiamt wird eingeräumt, dass möglicherweise nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden können. 

Sven Neumann, Stellvertretender Landesvorsitzender der GdP, merkt dazu an: „Somit scheint das Ziel, bis 2023 500 Polizeibeamtinnen und Beamte mehr im Dienst zu haben, in Gefahr. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landespolizei sind schon jetzt bis an die Belastungsgrenze im Dienst eingebunden. Nur unter erheblichen Kraftanstrengungen kann die Zeit überbrückt werden, bis es endlich durch das Personalplus zu Entlastungen kommt.“ Es darf es zu keiner Verschiebung beim Mitarbeiterplus nach hinten kommen. Die Landesregierung ist gefordert, den Polizeiberuf so attraktiv zu gestalten, dass genügend Bewerber den Weg in die Landespolizei finden. Ein attraktiver Arbeitsplatz misst sich auch an attraktiver Bezahlung. Eine Polizeihauptmeisterin in SH verdient jährlich 2.277,55 € weniger, als ihre Kollegin in Mecklenburg-Vorpommern und 2.926,12€ weniger als ihre Kollegin in Bayern. Schleswig-Holstein befindet sich zusammen mit Bremen und Hessen am Ende der Einkommensskala. Auch wird in Schleswig-Holstein nur für die unteren Einkommensgruppen ein geringes Weihnachtsgeld bezahlt. In Zeiten von vollen Haushaltskassen liegen hier gute Möglichkeiten den Polizeiberuf wieder attraktiv zu machen. Zu einer Absenkung der Einstellungsanforderungen darf es allerdings nicht kommen. Die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten müssen Grundrechte einschränken und teilweise binnen von Sekunden über den Einsatz von Zwangsmaßnahmen entscheiden. Diese Aufgaben erfordern eine gute Grundlage und eine sehr gute Ausbildung. Gleiches gilt für die Bearbeitung von Straftaten. Die Anforderungen, die die Justiz an die Arbeit der Polizei stellt, sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Dies ist nur mit geeigneten Bewerbern möglich. Es geht um die Zukunft der Inneren Sicherheit in Schleswig-Holstein und was sie uns Wert ist. 

Der Landesvorstand

 

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