„Bodycam alleine reicht nicht“

Erstellt am Dienstag, 19. Juni 2018

Gewalt gegen Polizisten: GdP Lübeck-Ostholstein fordert gesellschaftliche Ächtung und personelle Verstärkung

Zur heutigen Veröffentlichung einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Lübeck zum  anstehenden Bodycam-Testlauf beim 2. Polizeirevier Lübeck hat die GdP-Lübeck-Ostholstein Stellung genommen:

Lübeck –Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürwortet generell den Probe-Einsatz von Körperkameras (Bodycams) in Schleswig-Holstein. In anderen Bundesländern habe sich gezeigt, dass ihr Einsatz die Aggressivität von Angreifern mindereund auch dazu geführt habe, Straftaten zu verfolgen und aufzuklären.Jeder Cent, der für die Verbesserung der Sicherheit der Beamten im Streifen- und Einsatzdienst der Polizei ausgegeben werde, sei eine sinnvolle Investition, so Thomas Gründemann, GdP-Landesvorstandsmitglied.  „Mit der Bodycam aber alleine ist es nicht getan“, unterstreicht Gründemann. Die gesellschaftliche Ächtung jedweder Gewalt gegen Polizisten als Repräsentanten des Staates müsse weiter betrieben werden. „Und auch eine ausreichende Präsenz von Beamtinnen und Beamten sei ein bedeutender Baustein bei der Steigerung der Sicherheit im Streifen-und Einsatzdienst“, ergänzt Jörn Löwenstrom, GdP-Regionalgruppenvorsitzender Lübeck-Ostholstein. Die Polizeidirektion Lübeck weise in der Kriminalstatistik mit Abstand die höchste Anzahl von Gewaltdelikten gegen Polizistinnen und Polizisten auf. So seien im vergangenen Jahr alleine in diesem Bereich 301 Straftaten zum Nachteil von Polizisten registriert worden, mit insgesamt 666 betroffenen Beamten. „Vier teilweise schwer und 99 leicht verletzte Beamte im Bereich Lübeck und Ostholstein sind eine erschreckende Tatsache“, ruft Jörn Löwenstrom in Erinnerung. Nach Angaben der GdP-Vertreter weise die Statistik für den Bereich der Polizeidirektion Lübeck 161 Widerstandshandlungen gegen Polizeivollzugsbeamte aus. Und 114  Strafanzeigen wegen Körperverletzungen bei der Ausübung dienstlicher Maßnahmen. Zum Vergleich: In den Polizeidirektionen Kiel und Neumünster seien in 2017 laut Kriminalstatistik 122 und 121 Widerstandshandlungen zur Anzeige gebracht worden.„Diese Tatsache kann und darf auch bei der Personalzuweisung nicht außer Acht gelassen werden. Hier erwarten wir zum Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen im Streifen- und Einsatzdienst personelle Verstärkungen“, so die Forderung Löwenstroms.

Und auch die Eigenbeteiligung der Polizisten bei der Heilfürsorge sei vor dem Hintergrund dieser erschreckenden Zahlen erst recht nicht mehr zu verstehen, ergänzen Gründemann und Löwenstrom. „Die Streichung der Eigenbeteiligung und damit die Rückkehr zur freien Heilfürsorge wären unter den bestehenden Rahmenbedingungen ein angemessenen Zeichen der Anerkennung für die besondere Situation unserer Kolleginnen und Kollegen“, so die beiden GdP-Vertreter.

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